Home Workshops / Konferenzen Videos Forschung Dienstleistungen Team
Impressum / Kontakt
deutschsprachige Version 
Besucher seit 27.02.2014:
ganze Website: 293547
Besucher seit 11.10.2016:
aktuelle Seite: 164
Causal Effects EAM Fachgruppe Methoden und Evaluation (DGPs)

Kurse: Kursinformationen

de  Fakultatives Praxisseminar: Multivariate Statistik und Experience Sampling

Kursleitung: Dr. Gregor Kappler

Wintersemester 2016/2017, Seminar, Sprache: Deutsch

Referent: Dr. Gregor Kappler
Inhalt:

Dieses Seminar hat das Ziel, Kenntnisse und Techniken lebensnah zu vermitteln, die für Psychologen oft als besonders graue Theorie erscheinen: multivariate Statistik.

Wir werden im Seminar

  • Wahrscheinlichkeitstheorie als mächtiges Werkzeug des Denkens mit klaren Begriffen (Logische Zwangsläufigkeit) und Ungewissheit wiederholen und diskutieren.
  • Mit diesem Werkzeug werden wir gemeinsam psychologische Begriffe (Konstrukte) sammeln, die Sie im eigenen Leben interessieren:
    • Ziele: "Was wünsche ich?"
    • Bedingungen: "Wer bin ich? Wie ist die Welt?"
    • Interventionen: "Was tun?"
  • Mittels Experience-Sampling werden wir Daten zu von Ihnen ausgewählten Konstrukten erheben.
  • Wir werden Kausalitätstheorie wiederholen und zur Beantwortung der Frage nach wirksamen Interventionen in Ihrem Leben anwenden.
  • Wir werden wissenschaftstheoretische Einschränkungen erarbeiten.

Die angewandten statistischen Methoden vertiefen die Inhalte der Vorlesung multivariaten Verfahren.

Was haben Sie davon? In unseren Leben stellen sich obige Fragen nach Zielen, Bedingungen und Interventionen, die manche mehr und andere weniger quälen. Diese "philosophischen" Fragen sind ein sehr guter Grund, ein Psychologiestudium zu beginnen. Sie erlernen im Seminar Wahrscheinlichkeitstheorie und Datenanalyse als Werkzeuge zur Beantwortung dieser persönlichen Fragen.

Philosophen wie Camus, Sartre oder Nietzsche würden sagen, Philosophie ist es, sich im eigenen Leben mit rücksichtsloser Klarheit obigen Fragen zu stellen. Ohne begriffliche Klarheit ist unser Denken im Verwechseln verloren. Logik ist für das philosophischen Denkens ein Instrument - es hilft, begriffliche Klarheit zu finden. Die Auseinandersetzung mit Philosophie (und damit der Logik) ergibt daher einen Sinn fürs eigene Leben - auch wenn man nichts für die Wissenschaft der Philosophie beiträgt.

Sehen Sie das auch für Ihre Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Psychologie? Finden Sie Statistik ebenso nützlich wie Logik für Ihr eigenes Leben?

Es scheint, dass der Nutzen der Statistik oft als zentrale Werkzeugsdisziplin der wissenschaftlichen Psychologie (miss-)verstanden wird. Das Seminar soll Ihnen hingegen eine motivierendere Perspektive auf Statistik als persönliches Denkwerkzeug eröffnen: In der Tat eignet sich wahrscheinlichkeitstheoretisches Denken viel besser, die Phänomene im eigenen Leben zu ordnen als Logik. Es ist fragwürdig, ob wir uns selbst und Andere mit klaren Begriffen und Regeln der Form "wenn A, dann B" erklären können. Aus vielen Gründen: vielleicht gibt es einen spontanen freien Willen? Vielleicht gibt es Zufall? Sicher ist der Mensch kompliziert, und wir kennen viele entscheidende Einflussfaktoren nicht... Die Wahrscheinlichkeitstheorie lehrt uns mit mathematisch klaren Begriffen und logischer Zwangsläufigkeit diese Ungewissheit zu beschreiben und zu messen. Der persönliche Bezug wird es erleichtern, Statistik zu verstehen und anwenden zu wollen.

Termine: Mittwochs, 16:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Carl-Zeiss-Straße 3, SR 314